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Auf den Spuren von Hans Klemm und Friedrich Karl Freiherr Koenig-Warthausen

Hans KLEMM vor seiner Flugzeugfabrik
Gesamtansicht April 2009
Renovierung und Umbau
Die beiden Hangars nun mit Glasfassade
Hier entstand das Foto mit meinem Vater
Der ehemalige Tower
Der ehemalige Tower
Hanns Klemm Straße Böblingen

Anlässlich des Schreibens meines Buches „Flugabenteuer - zwischen Wüsten und arktischen Ozean“ habe ich mich intensiv mit der fliegerischen Vergangenheit meines Vaters auseinandergesetzt. Er hat 1928 in der KLEMM-Fliegerschule in Böblingen den Motor-Flugschein gemacht und anschließend ein KLEMM KL 20 Flugzeug besessen.

Mit dem gleichen Flugzeugtyp hat der junge deutsche Friedrich Karl Freiherr Koenig-Warthausen einen Flug um die Welt gemacht. Seine beiden Bücher „Mit 20 PS und Leuchtpistole“ und „Weiter mit 20 PS“ habe ich als Jugendlicher förmlich „verschlungen“. Sie sind sicher die Ursache, warum auch ich selbst Abenteuerflüge unternehme.

Auch das Buch „Hanns Klemm“ habe ich selbstverständlich gelesen und kenne daher die ganze Lebensgeschichte dieses einzigartigen Flugzeugkonstrukteurs. Es erübrigt sich zu erwähnen, dass mir mein Vater immer wieder von beiden erzählt hat und so der Wunsch entstand, irgendwann die Original-Schauplätze und Original-Reliquien der beiden Pioniere zu sehen.

Ein Buch lesen ist eine Sache, Originalplätze sehen und Original-Reliquien in der Hand zu halten, ist noch etwas ganz anderes.

Wenn ich in Oslo vor der „Fram“ stehe, und die Original-Ausrüstung des 1. Südpol-Bezwingers Roald Amundsen sehe, bekomme ich eine Gänsehaut. Genauso geht es mir im Air and Space-Museum in Washington vor dem Flugzeug „Spirit of Saint Louis“ mit dem Charles Lindbergh 1927 als erster Mensch von Amerika nach Paris geflogen ist.
Und genau die gleiche Gänsehaut bekam ich, als ich an Original Schauplätzen von Hanns Klemm stand und die Original-Dokumente von Friedrich Karl Freiherr Koenig-Warthausen in der Hand hielt.

 

Hanns Klemm Flugzeugfabrik Böblingen

Weil angeblich die riesige KLEMM-Flugzeugfabrik in Böblingen im Krieg zerstört wurde und alles was noch verwendbar war, von den Besatzungsmächten abtransportiert wurde, vermutete ich, dass von diesen ehemaligen Bauten nichts mehr zu sehen sein wird.

Meine Stuttgarter KLEMM-Freunde (siehe Kapitel: In Stuttgart entsteht eine neue Klemm KL 20) erzählten mir aber, dass die nicht zerstörten Areale unter Denkmalschutz gestellt wurden und ließen mir auch aktuelle Fotos davon zukommen. Es war natürlich Pflicht, das einmal persönlich anzusehen.

Anlässlich einer Geschäftsreise hatte ich die Gelegenheit dazu. Buchstäblich im letzten Moment kam ich hin, denn obwohl die Gebäude denkmalgeschützt sind, werden sie dennoch gerade renoviert und statt der riesigen Hangar-Falttore mit einer modernen Glasfront versehen. Wenn die Renovierung fertig ist, sollen die Gebäude als Büros und für Events benützt werden.

Die Umbauarbeiten waren voll im Gang, die zwei großen Flugzeughallen waren bereits mit einer modernen Glasfront versehen. Natürlich war „Betreten der Baustelle verboten.“ Aber niemand auf der Welt hätte mich davon abhalten können, mir diese historischen Gebäude nicht auch innen genau anzusehen.

Und da waren sie nun! Genauso wie man es auf den Fotos meines Vaters (siehe Buch S. 16 + 18) und in den vielen Abbildungen des KLEMM Buches und anderer Dokumentationen sehen konnte.

Ich suchte nach irgendwelchen Original-Andenken, aber in den 64 Jahren seit der Zerstörung war nichts mehr aufzufinden. Allerdings sind die Original-Innenbeschriftungen, alten Elektroanlagen, Original-Falttore und Türnummerierungen noch erhalten.

Den Platz, wo das Foto meines Vaters nach Erhalt des Motorflugscheins (Buch S. 16) entstanden ist, konnte ich eruieren und ebenso vom Turm aus das ganze Gelände überblicken.

Selbst wenn das Ganze nach der Renovierung wahrscheinlich anders aussehen wird, so bleibt dennoch die gesamte Struktur erhalten, sodass auch der Nachwelt ein Eindruck dieser Epoche erhalten bleibt.