VERSCHIEDENES

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Friedrich Karl Freiherr Koenig-Warthausen - HINDENBURG-Flieger von 1928

Hans Angele sen. und Johannes Angele jun. mit Wolfgang Grabner
Hans Angele sen. war mehrere Jahre mit Friedrich Karl Freiherr Koenig-Warthausen im Gemeinderat von Reinstetten
Gutshof von Friedrich Karl Freiherr Koenig-Warthausen, wo Johannes Angele als Jugendlicher in den Ferien mithalf
Stammsitz Schloss Sommershausen
Koffer mit historischen Schätzen
Wolfgang Grabner mit Original-Bordbuch des Weltfluges
Original Tagebuch vom Hindenburg-Flug
Manuskript der beiden Bestseller-Bücher

1928 setzte der deutsche Reichspräsident Paul von Hindenburg einen Preis für die beste Leistung von Nachwuchs-Sportfliegern aus.
Auch der 22-jährige Friedrich Karl Freiherr Koenig-Warthausen bewarb sich um diesen Preis und flog mit einer KLEMM KL 20 vorerst nach Moskau, dann weiter durch alle Staaten bis Singapur. Dort verschiffte er das Flugzeug nach Japan, wo er wiederum das Land durchflog. Anschließend ging es mit einem Dampfer weiter nach San Francisco und im abenteuerlichen Flug über den ganzen amerikanischen Kontinent bis zur Ostküste.

Aus diesen Reisen entstanden die zwei Bücher „Mit 20 PS und Leuchtpistole“ und „Weiter mit 20 PS“.

Der Biograf Hans Angele Senior und Johannes Angele Junior aus Reinstatten/Ochsenhausen, Deutschland erforschten noch einmal die gesamte Lebensgeschichte dieses Fliegerpioniers und veröffentlichten im Jahr 2000 das Buch „König der Lüfte“.
Da sie Nachbarn von Friedrich Karl Freiherr Koenig-Warthausen waren, kannten sie ihn selbstverständlich auch persönlich. Deshalb wussten sie nicht nur über seine fliegerischen Belange Bescheid, sondern auch über sein gesamtes übriges Leben.
Um das Buch  zu schreiben, stellte ihnen der Sohn von Friedrich Karl Freiherr Koenig-Warthausen, der in München lebt, 2 Koffer voll Original-Dokumente zur Verfügung.

Mit Johannes Angele stand ich schon länger in Verbindung, in der Absicht ihn einmal zu besuchen, die Original-Schauplätze von Friedrich Karl Freiherr Koenig-Warthausen zu sehen und auch die Original-Unterlagen und Dokumentationen zu besichtigen.
Bei meinem Besuch in Reinstetten/Ochsenhausen begleitete mich Johannes Angele zum Schloss Sommershausen, wo Friedrich Karl Freiherr Koenig-Warthausen aufgewachsen war und auch sein späteres Leben verbrachte.

Das Schloss selbst, der landwirtschaftliche Gutshof, das Feld auf dem Friedrich Karl Freiherr Koenig-Warthausen einmal mit einer Junkers gelandet war, zu sehen, war ein einzigartiges Erlebnis.

Noch beeindruckender waren aber die zwei Koffer voller Original-Dokumente. Friedrich Karl Freiherr Koenig-Warthausen hatte alles peinlichst genau und sauber archiviert. Sowohl eine dicke Mappe mit Original-Zeitungsausschnitten aus der ganzen Welt, als auch die umfangreiche Korrespondenz, die mit verschiedensten offiziellen Stellen, Medien und persönlichen Freunden im Zusammenhang mit dem Weltflug geführt wurde.

Höhepunkt war  zweifellos das Original-Bordbuch, in dem jeder Flug von Friedrich Karl Freiherr Koenig-Warthausen aufgezeichnet ist. Begonnen mit dem ersten Schulflug und den ersten Alleinflug, den er nach 47 Doppelsteuerstarte absolvierte. Und dann alle Flüge der Weltumrundung mit Stempeln und Bestätigungen der offiziellen Stellen.

Als ich im Alter von 12 Jahren die Bücher immer wieder las, habe ich mir nicht im Traum vorstellen können, eines Tages das Original-Bordbuch, jede Menge Original-Fotos und sogar die hand- und maschinengeschriebenen Manuskripte der beiden Bücher in den Händen zu halten.

Johannes Angele ist dabei, alle Dokumente Fotos, Negativfilme und Dias zu scannen und zu bearbeiten. Eine Sisyphus-Arbeit, die nicht hoch genug eingeschätzt werden kann, denn nur dadurch bleibt der Geist von Friedrich Karl Freiherr Koenig-Warthausen erhalten.

Epilog

Es tut mir sehr leid, dass mein Vater solange er lebte, die KLEMM-Flugschule und Flugzeugfabrik nicht mehr sehen konnte. Und natürlich schon gar nicht die Original-Dokumente des Hindenburg-Fliegers. Erst mir war dies gegönnt und ich bin sehr dankbar dafür.

Auch wenn diese Ereignisse nun schon über 80 Jahre zurückliegen, ist es immer noch ergreifend mit authentischen Zeitzeugen zu sprechen und Original-Schauplätze und Original-Gegenstände zu besichtigen.